Schreibimpuls am Mittwoch – Eindrücke

Beim heutigen Schreibimpuls geht es darum, sich ganz auf einen deiner Sinne zu konzentrieren. Beim Schreiben – oder besser gesagt beim Beschreiben eines Ortes, einer Begegnung, eines Erlebnisses stehen uns meistens alle unsere Sinne zur Verfügung, um unsere Eindrücke davon wiederzugeben. Und wir suchen uns die eindrücklichsten aus, damit diejenigen, die unseren Text lesen, sich ein Bild machen können. Die Idee für heute ist, sich auf einen Sinn zu beschränken. Nimm dir eine Szene vor, die du bereits geschrieben hast (vielleicht etwas aus den vorhergegangenen Schreibimpulsen) und suche dir einen Sinn aus – tasten, sehen, fühlen, schmecken, riechen, hören. Wenn du nur diesen einen Sinn benutzen darfst, wie würde das die beschriebene Szene beeinflussen? Verändern? Jeder der Sinne kann die Tür zu einer anderen Geschichte öffnen … in diesem Sinne:

TürOffenWenn du magst, kannst du dieselbe Szene auch für jeden einzelnen unserer Sinne durchspielen und schauen, was sich jeweils verändert. Viel Spaß beim Austesten! :-)

Schreibimpuls am Mittwoch – schreiben in der Gruppe

Heute geht es mal um keine konkrete Schreibanregung sondern mehr um eine gute Umgebung fürs kreative Schreiben. Oft sitzen wir ja einsam und allein an einem Ort und versuchen, einen Anfang zu finden. Und dann tun sich da alle diese Ablenkungen auf – vom Anruf bei der besten Freundin über die Steuererklärung bis zum Abwasch, alles scheint plötzlich viel wichtiger, als eine Geschichte zu Papier zu bringen.

Aber es gibt Möglichkeiten, sich selbst auszutricksen. Eine davon ist, aus dem Haus zu gehen, sich mit anderen Schreibenden zu treffen. Und zwar nicht, um sich gegenseitig all die Probleme zu erzählen, die vom Schreiben abhalten, sondern um zusammenzusitzen und zu schreiben. Das funktioniert.

Zum einen hast du im ersten Schritt schon einmal das Haus verlassen. Du hast dem Schreiben also eine Wichtigkeit eingeräumt, hast dich aufgerafft und aufgemacht. Da wäre es doch zu schade, all diese Energie ungenutzt zu lassen. Zum anderen ist da dann diese besondere Atmosphäre von Menschen, die in einem Raum zusammensitzen (z.B. an einem Tisch in einem Café) und alle konzentriert an etwas arbeiten. Das regt an, und man greift auch selbst ganz automatisch zu Stift und Papier oder kriegt die Finger auf die Tastatur und legt los.

Wenn du noch keine anderen Schreibenden kennst und jetzt nicht weißt, wie du das angehen sollst, könntest du dich z.B. für ein erstes Ausprobieren zu unserem nächsten Workshop “Teepicknick & sinnlich-kreatives Schreiben” anmelden. Noch sind Plätze für November und Dezember frei! ;-)

Schreibimpuls am Mittwoch – 3 Figuren, 1 Ort

Unsere Wahrnehmung wird geprägt von unseren Erfahrungen. Das können wir uns beim kreativen Schreiben zunutze machen. Die Erfahrungen, der Hintergrund einer Figur prägt, wie sie ihre Umgebung wahrnimmt. Wenn also drei Figuren denselben Ort betreten, werden sie ihn unterschiedlich wahrnehmen. Schon etwas so simples wie ein kalter Wind kann aus der Perspektive zweier Figuren ganz unterschiedlich beschrieben werden:

Beispiel 1: Der Wind zupfte und zerrte an ihr wie ein ungeduldiges Kind.

Beispiel 2: Der Wind griff mit eisigen Fingern nach ihrem Nacken. Selbst als sie den Kragen des Mantels hochschlug, fröstelte sie noch.

Um genau solche unterschiedlichen Wahrnehmungen geht es beim heutigen Schreibexperiment:

ProfilbildDenk dir drei Figuren aus – ganz einfach mit nur vier Festlegungen: Name, Alter, Geschlecht, Beruf. Dann überlege dir einen Ort, wieder nur mit wenigen Festlegungen: Tageszeit, Wetter, Stimmung. Jetzt schicke jede der Figuren einzeln an diesen Ort und beschreibe aus ihrer Perspektive, wie sie ihn wahrnimmt.

Schreibimpuls am Mittwoch – träumen

Heute geht es beim kreativen Schreiben mal nicht ums Schreiben.

IMG_1066klein

Richtig gelesen, dieses Mal werden Stift und Papier weggelegt und etwas anderes ganz wichtiges fürs Schreiben getan: träumen. Tagträumen, um genau zu sein. Sich erlauben, einfach vor sich hinzuträumen, ohne gleich aufzuschreiben, was so in den Kopf kommt, sondern einfach die Gedanken kommen lassen und ihnen folgen, ganz vorsichtig, ohne sie zu stören, ohne ihnen eine bewusste Richtung zu geben.

Dazu suchst du dir einen Platz, an dem du dich wohl fühlst und an dem du es eine Weile lang aushältst, ohne gleich wieder aufzuspringen, um z.B. was zu trinken oder zu essen zu holen oder ähnliches. Notizbücher, Stifte, Computer sind nicht in Reichweite. Nimm dir eine Stunde Zeit, in der dich niemand stören darf – kein Telefon, keine Freundin, kein Freund, kein Familienmitglied, nicht mal ein Haustier. Das ist deine Traumzeit (wenn du mehr als eine Stunde Zeit dafür hast umso besser). Geschichten werden aus Tagträumen geboren. Und daher ist Träumen fürs Schreiben so wichtig. In diesem Sinne: schöne Träume!

Schreibimpuls am Mittwoch – Schlagworte

Bei der heutigen Anregung zum kreativen Schreiben kann einfach nur ein Anfang einer Geschichte entstehen, oder eine Szene mitten aus einer Geschichte, oder gar eine ganze Kurzgeschichte. Wie weit du schreiben möchtest, entscheidest du selbst.

Die Überlegungen vorm Schreiben sind nur wenige. In welchem Genre soll die Geschichte angesiedelt sein (Phantastik, Krimi, Belletristik, Romantik, Drama, Komödie, Thriller, Horror, SciFi, …)? Wo spielt sie, also an welchem Ort? Und zu welcher Zeit (Nacht, Tag, Morgen, Mittag, Abend, Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft)? Wer ist die Hauptfigur? Nachdem diese vier Fragen beantwortet sind – jeweils nur mit einem Schlagwort, also bei mir wäre das gerade z.B.:

Genre: Phantastik

Ort: Berlin

Zeit: früher Morgen (okay, das waren jetzt zwei Wörter … ist aber auch erlaubt!)

Hauptfigur: Drache

Profilbild

Damit würde ich jetzt loslegen. Bin gespannt, was eure Schlagworte sind und welche Geschichten daraus entstehen! Viel Vergnügen beim Schreiben. :-)

 

Schreibimpuls am Mittwoch – Elfchen

Wer hat Angst vorm Gedichtschreiben? Mit einem Elfchen lässt sich ganz leicht ein Anfang machen. Nein, es geht nicht darum, auf Elfensuche zu gehen (aber warum eigentlich nicht, fragt mal die Leute aus Island, da soll es ganz viele geben, also Elfen), sondern darum, welche zu schreiben. Klar, hier geht’s ja ums kreative Schreiben. Ein Elfchen ist ein Gedicht aus elf Worten. Und damit das Gedichtschreiben leicht fällt, gibt es für jede Zeile eine Anregung. Dabei muss sich nichts reimen und auch kein Versmaß eingehalten werden. Wie auch sonst, kann’s einfach drauflos gehen. Und zwar nach folgendem Muster:

Zeile 1: ein Wort (ein Gedanke, ein Gegenstand, eine Farbe, ein Geruch, eine Stimmung, oder was dir sonst so einfällt.)

Zeile 2: zwei Wörter (was macht das Wort aus Zeile eins?)

Zeile 3: drei Wörter (wo oder wie ist das Wort aus Zeile eins?)

Zeile 4: vier Wörter (was meinst du dazu, was ist dein Gedanke zu dem Bisherigen?)

Zeile 5: ein Wort (die Abrundung, das Fazit: was kommt dabei heraus?)

ProfilbildDann mal nach Stift und Papier gelangt – leg einfach los, schreibe ein erstes Wort hin und beantworte dir dann die Fragen zu den weiteren Zeilen in der vorgegebenen Wortzahl. Schon entsteht ein Elfchen. Viel Spaß! Und vielleicht magst du ja ein Elfchen, das dir besonders gut gefällt, hier mit anderen teilen. :-)

Schreibimpuls am Mittwoch – hinhören

Beim kreativen Schreiben geht es viel darum, alle Sinne einzusetzen, eine Fiktion durch Worte erlebbar zu machen. Beim heutigen Schreibtipp möchte ich vorschlagen, sich mal auf einen Sinn besonders zu konzentrieren: das Hören. Schreibe dir auf, was du so hörst, wenn du in deiner Wohnung bist, unterwegs in der Stadt oder auf dem Land, in der Natur, im Bus, im Auto, in der Bahn, auf dem Fahrrad. Welche Geräusche umgeben dich an deinem Arbeitsplatz und in deiner Freizeit? Und wie wirken diese Geräusche auf dich, was verbindest du mit ihnen? Wenn du ein Geräusch, das du z.B. aus deiner Arbeitswelt kennst, plötzlich in einem anderen Kontext hörst, wie reagierst du darauf, was löst das aus?

ProfilbildDenke dir eine Figur aus, für die das Hören im Vordergrund steht. Wie sieht ihr Tag aus? Folge ihr einfach mal vom Aufstehen bis zum Schlafengehen … Viel Spaß beim Hinhören und Ausprobieren!

Und wenn du das kreative Schreiben nicht immer nur allein sondern in der Gruppe ausprobieren möchtest, hast du hier Gelegenheit dazu. Und auch hier.

Schreibimpuls am Mittwoch – Gemeinsam schreiben

Wer nicht immer allein kreativ schreiben möchte, hat ab Freitag, 30.09.2016, Gelegenheit das kreative Schreiben in Gruppe auszuprobieren. Dazu laden ab Ende September Beatrix Schulte und ich herzlich ein und freuen uns über zahlreiche Anmeldungen! :-)

Alle weiteren Infos findet ihr hier: Tee_SchreibenSept-Dez2016

Profilbild

Mitbringen braucht ihr nichts weiter als Stift und Papier und eure Neugier.

 

Schreibimpuls am Mittwoch – automatisches Schreiben

Dieses Mal geht es bei der Anregung zum Schreiben, ums Schreiben ohne Nachzudenken. Nicht das Ergebnis zählt, sondern das in den Fluss kommen. All die lästigen Stimmen im Kopf, die gleich jedes Wort beurteilen wollen, werden auf Urlaub geschickt (wenn sie sich denn nicht schon ganz verziehen wollen), mindestens eine Seite lang, lieber aber für drei Seiten. Einfach alles fürs Schreiben bereitlegen. Fertig? Dann:

Profilbild

Ein Mal tief durchatmen, zum Stift greifen, ansetzen und ohne zwischendrin abzusetzen drauflosschreiben. Bis die Seite voll ist. Und dann gleich weiter.

Wer erzählen möchte, wie es damit ging, kann das gerne hier in den Kommentaren tun! :-)

PS: Den Schreibimpuls regelmäßig zugeschickt bekommen? Ganz einfach den Newsletter abonnieren, und er landet jeden Mittwoch um sieben Uhr abends direkt im Postfach. :-)

Schreibimpuls am Mittwoch – ein Ort

Eine Schreibanregung, die gleich aus deiner Umgebung kommt. Denn dieses Mal geht es um einen noch existierenden Ort – im Gegensatz zum Schreibimpuls vom 20.07., da ging es um einen Ort, den es nur noch in deiner Erinnerung gibt.Aber kreativ schreiben lässt es sich natürlich auch mit dem Naheliegenden.

Also such dir einen Ort, an dem du täglich bist, oder täglich vorbeikommst und nimm dir etwas Zeit. Vielleicht ist das der Hinterhof, den du durch einen Hauseingang jedes Mal auf dem Weg zur Arbeit siehst, und der dich schon lange neugierig macht. Oder deine Lieblingsstelle im Park. Ein Café, der Platz unter deinem Lieblingsbaum, eine Bank auf einem Friedhof, eine kleine Bucht am Badesee, eine Nische am Kanal, ein Platz oben auf einem Berg – nimm einen Ort, an dem du dich gerne aufhältst, denn du sollst dort erst einmal ein bisschen Zeit verbringen, ganz ohne ein Wort zu schreiben.

Wandere ein bisschen an dem Ort herum, such dir eine Stelle, an der du dich gut und gerne eine Weile aufhalten magst. Lass den Ort auf dich wirken. Was kannst du hören, riechen, wie fühlt sich der Ort an, wie schmeckt hier die Luft, was kannst du ertasten, wie fühlt es sich auf der Haut an, was zieht deinen Blick an … sammle Eindrücke mit allen deinen Sinnen. Mach dir eine Liste mit deinen Eindrücken, entweder nur im Kopf oder auch schon auf Papier.

ProfilbildWenn du lange genug gesammelt hast, wähle für jeden Sinn einen Eindruck aus und beschreibe mit ihnen diesen Ort.

Und wenn du magst, lass andere hier in den Kommentaren an deinen Ortseindrücken teilhaben. :-)