{"id":1296,"date":"2023-06-26T09:00:00","date_gmt":"2023-06-26T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/mkstein.de\/wp\/?p=1296"},"modified":"2023-08-01T00:54:31","modified_gmt":"2023-07-31T22:54:31","slug":"phantastischer-montag-die-portalhueterin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mkstein.de\/wp\/?p=1296","title":{"rendered":"Phantastischer  Montag: Die Portalh\u00fcterin"},"content":{"rendered":"\n<p><em>(Im Juni widmen wir uns bei #phantastischermontag dem  Genre Portal Fantasy.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag fing wirklich gut an. Nach Porthea Partellas Ma\u00dfst\u00e4ben zumindest. Niemand st\u00f6rte sie beim Fr\u00fchst\u00fcck vor ihrem H\u00e4uschen, das nur wenige Meter neben dem gro\u00dfen Baum stand. Ihrem Arbeitsplatz. An dem sie jetzt sa\u00df, eine Kanne frisch aufgebr\u00fchten Tee vor sich auf dem Tisch, die F\u00fc\u00dfe nackt im Gras ausgestreckt, eine kleine Nachl\u00e4ssigkeit, die sie sich im Sommer g\u00f6nnte &#8211; nun, eigentlich schon im Fr\u00fchling und so lange in den Herbst hinein wie m\u00f6glich. Die kleinen Schuppen an ihren F\u00fc\u00dfen hielten K\u00e4lte wie Hitze zwar bis zu einem gewissen Grad ab, aber gegen Frost sch\u00fctzten auch sie nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dienstagstasse stand linkerhand auf dem Holztisch, gleich neben der Kanne, mit der das blaue Blumenmuster auf der Tasse hervorragend harmonierte (so wie jede ihrer Tassen farblich auf die Kanne abgestimmt war, eine andere f\u00fcr jeden Tag der Woche). Rechterhand &#8211; und in geb\u00fchrender Entfernung von Fl\u00fcssigkeiten &#8211; lag das Buch. Geschlossen noch, genau wie das Portal im Baumstamm. Alles war bereit f\u00fcr den Tag, auch Porthea, die eben einen Schluck Earl Grey nahm, als die erste Reisende des Tages vor ihr auftauchte. Ja, auftauchte, denn der Baum mit dem Portal, ebenso wie Porthea Partellas H\u00e4uschen, lagen hinter einem magischen Schleier, den nur durchqueren konnte, wer um seine Existenz wusste.<\/p>\n\n\n\n<p>Porthea stellte in aller Ruhe die Tasse zur\u00fcck auf den Tisch, dann zog sie das Buch zu sich heran, w\u00e4hrend sie sich zugleich die Lesebrille auf die Nase nestelte. Die Brille hing ihr an einer bunten Schnur um den Hals, ein Kompromiss, denn eigentlich missfiel ihr das Kitzeln der Schnur am Hals, aber noch mehr missfiel es ihr, wenn die Brille auf ihrem Kopf sa\u00df und gegen die empfindsamen Schuppen dort dr\u00fcckte. Manchmal waren Haare wohl ganz praktisch, aber trotzdem bevorzugte sie ihre Kopfbedeckung.<\/p>\n\n\n\n<p>Porthea r\u00e4usperte sich und schielte \u00fcber die Brille hinweg zu der Reisenden. Abgesehen von einem bl\u00e4ulichen Schimmer, der sich nur ersp\u00e4hen lie\u00df, wenn eine sehr genau hinschaute &#8211; und Porthea schaute immer sehr genau hin &#8211; wirkte die Gestaltwandlerin gerade sehr menschlich. Nun, eine jede nach ihrem Geschmack.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWohin soll es gehen?\u201c Porthea griff nach dem F\u00fcllfederhalter, der seinen Platz an der langen Seite des Tisches hatte, und tauchte ihn in das Tintenf\u00e4sschen, das ebenfalls dort stand.<br>\u201eZu den tausend Bibliotheken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Porthea trug den Reisewunsch auf der Seite mit dem aktuellen Datum in ein noch leeres Formular ein. Wie bitte entschied sich eine, welche Bibliothek sie betreten wollte, wenn tausend zur Auswahl standen? Aber die Frage musste sie zum Gl\u00fcck nicht beantworten. Porthea reiste nie. Unter anderem deshalb war der Job als Portalh\u00fcterin f\u00fcr sie perfekt. Sie wusste zwar alles, was es \u00fcber die Welten hinter dem Portal zu wissen gab &#8211; geh\u00f6rte alles zur Ausbildung -, aber wie der Name schon sagte, h\u00fcteten Portalh\u00fcterinnen das Portal, sie gingen nicht hindurch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eR\u00fcckreisedatum?\u201c Sie hielt die Spitze der Feder wenige Millimeter \u00fcber der entsprechenden Zeile im Formular in der Luft. Die Antwort lie\u00df auf sich warten. Und warten. Und warten.<\/p>\n\n\n\n<p>Und warten. Porthea hob den Kopf, ohne dabei den F\u00fcllfederhalter zu bewegen. \u201eR\u00fcck-reise-datum?\u201c Sie sprach extra langsam und deutlich. Manche Reisende waren schon so sehr mit ihrem Reiseziel besch\u00e4ftigt, dass sie keinerlei Aufmerksamkeit f\u00fcr die Formalit\u00e4ten verwendeten. L\u00e4stig. Aber es kam vor. Immer wieder. Manchmal kam es auch vor, dass sie es nicht verraten wollten. Drei Mal hatte Porthea Reisende zur\u00fcckhalten m\u00fcssen, die das Portal mit Gewalt hatten \u00f6ffnen wollen. Aber auch daf\u00fcr war sie ausgebildet. Ihren Kampftechniken war niemand gewachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gestaltwandlerin trat von einem Fu\u00df auf den anderen, r\u00e4usperte sich, blickte zum Portal, zu Portheas Schreibtisch und wieder zur\u00fcck zum Portal. \u201eDas wei\u00df ich noch nicht\u201c, wisperte sie schlie\u00dflich.<br>Porthea w\u00e4re fast der F\u00fcllfederhalter aus der Hand gefallen. Fast. Eilig presste sie ihre Finger darum. Tintenkleckse auf dem Papier! Das wollte sie sich nicht einmal vorstellen! Ihr Herz raste. Ihr war hei\u00df. Ihr Atem ging schwer. Kein R\u00fcckreisedatum. Kein! R\u00fcck! Reise! Datum! Sie krallte ihre freie Hand in ihre Seite, bis die Stimme in ihrem Kopf ein wenig leiser schrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Atmen, redete sie sich mit ihrer Vernunftstimme zu. Ganz ruhig atmen. Jeden Atemzug z\u00e4hlen. Die Konzentration auf die Zahlen beschwichtigte sie zuverl\u00e4ssig. \u2026 dreizehn, vierzehn, f\u00fcnfzehn. Porthea entkrampfte ihre Finger. Das w\u00fcrde blaue Flecken geben! Sechzehn, siebzehn. Der Schwei\u00df an ihren Kopfschuppen trocknete. Achtzehn, neunzehn, zwanzig, einundzwanzig. Ihr Atem ging ruhig und gleichm\u00e4\u00dfig. Vorsichtshalber legte sie den F\u00fcllfederhalter neben das Buch und verschr\u00e4nkte die H\u00e4nde auf dem Tisch. \u201eOhne R\u00fcckreisedatum kann ich Sie nicht reisen lassen. Das wissen Sie doch.\u201c Sollte die Reisende zumindest wissen. Schlie\u00dflich war sie ohne Begleitung hier aufgetaucht. Das konnte also nicht ihre erste Reise sein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch &#8211; \u00e4h \u2026\u201c Die Gestaltwandlerin fuhr mit der linken Hand in eine der Taschen ihres Gewandes und zog einen &#8211; sehr zerkn\u00fcllten &#8211; Zettel hervor. Den legte sie ohne um Erlaubnis zu bitten auf Portheas Tisch. Direkt vor ihre verschr\u00e4nkten H\u00e4nde. Porthea zog sie ein wenig zur\u00fcck. So verschmutzt wie der Zettel aussah, wollte sie den nur anfassen, wenn es gar nicht anders ginge. Das Zettelkn\u00e4uel lag also da, und das Schweigen breitete sich immer l\u00e4nger aus. Und aus. Und aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Was dachte diese Person sich? Dass sie ewig Zeit hatte? Was, wenn mehr Reisende auftauchten? Sollten die sich dann vor dem Schleier anstellen und warten? Denn der lie\u00df immer nur eine Person durch. Im Ausnahmefall auch mal zwei. Aber mehr Personen auf einmal vertrug Porthea einfach nicht. Noch so ein Grund, aus dem der Job hier perfekt f\u00fcr sie war. Es sei denn, jemand wie diese Person vor ihr brachte alles durcheinander.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas hat mir Draks geschrieben.\u201c Die Gestaltwandlerin deutete mit dem Kinn auf das Zettelkn\u00e4uel, als w\u00fcrde das alles erkl\u00e4ren. Nun, der Name erkl\u00e4rte einiges. Draks war &#8211; eigen. Porthea seufzte. Was hatte dieses Drachenwesen jetzt wieder angestellt? Ihre Finger zuckten. Als wollten sie nach dem Zettel greifen. Porthea hob die Augenbrauen und griff stattdessen nach dem Buch, schlug die Seite des Inhaltsverzeichnisses auf. Nat\u00fcrlich erinnerte sie sich, wann sie Draks das letzte Mal gesehen hatte &#8211; auch wenn sie sich die Details der Reise nicht merkte. Tat sie nie. Wozu auch? Alle, auch Draks, kamen immer wieder hierher zur\u00fcck. Porthea bl\u00e4tterte zum Formular f\u00fcr Draks letzte Reise &#8211; und zog ihre Augenbrauen noch h\u00f6her. Das war unm\u00f6glich. Nicht m\u00f6glich. Un-un-un-unm\u00f6glich. Niemals m\u00f6glich. Atmen!, befahl sich Porthea erneut. Und begann zu z\u00e4hlen. Erneut.<\/p>\n\n\n\n<p>Offenbar musste sie nun doch diesen Zettel ber\u00fchren. Mit drei ihrer f\u00fcnfzehn Finger faltete Porthea das Papier auseinander. Zu ihrem Gl\u00fcck war sie jetzt schon auf ruhiges und tiefes Atmen eingestellt, sonst h\u00e4tten die Worte darauf eine Schockstarre ausgel\u00f6st. Mindestens f\u00fcr den Rest des Tages. Wenn nicht l\u00e4nger. Und wer h\u00e4tte sich dann um die Reisenden gek\u00fcmmert? \u2026 siebenundzwanzig, neunundzwanzig, drei\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u2026 und Draks hat gesagt, ich darf den Zettel nur lesen, wenn Draks nach siebzehn Tagen nicht zur\u00fcck ist. Und jetzt sind es schon zwanzig Tage, weil ich, weil ich, \u2026\u201c Die Gestaltwandlerin schluckte und senkte den Blick. \u201eWeil ich zwei Tage lang nicht zuhause war.\u201c Sie sah kurz zu Porthea. \u201eUnd dann hab ich noch einen Tag gebraucht, um Draks Nachricht zu entschl\u00fcsseln.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Porthea schnaubte. Einen ganzen Tag? Dabei war diese Verschl\u00fcsselung nun wirklich simpel. So simpel, dass es schon an Beleidigung grenzte, sie Verschl\u00fcsselung zu nennen! Nicht nur hatte Draks den Weg zum Portal aufgeschrieben &#8211; aufgeschrieben! In Portheas Brust wurde es schon wieder gef\u00e4hrlich eng. Nein, Draks hatte auch noch eine Botschaft an sie pers\u00f6nlich hinzugef\u00fcgt. Immerhin etwas besser verschl\u00fcsselt als die Wegbeschreibung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Liebste Porthea,<\/em><br><em>wenn Ilana zu dir kommt, ist mir etwas zugesto\u00dfen. Etwas, das mich nicht einmal mehr das Not-R\u00fcckreise-Portal nutzen hat lassen. Bitte gestatte ihr die Reise, auch wenn es ihre erste ist. Nur sie kann mich retten. Begleite sie, wenn das dein Formular-Herz beruhigt.<\/em><br><em>Immer in Hochachtung,<\/em><br><em>Draks.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Hochachtung konnte Draks sich sonstwohin stecken! Wieso wusste sie nichts davon, dass Draks sich in Gefahr begeben hatte? Bei allen Himmeln und Meeren und B\u00fcchern! Sie w\u00fcrde Draks eine ausgiebige Rede halten, sobald sie das Drachenwesen in die Finger bekam! Porthea starrte auf ihre Finger, die winzigen, weichen Schuppen an ihren Fingerkuppen. Zu genau konnte sie sp\u00fcren, wie sie damit das letzte Mal \u00fcber Draks Schuppen gestrichen hatte, die festen am R\u00fccken, die zu den Seiten hin immer weicher wurden und am Bauch dann ganz zart waren, weicher noch als ihre eigenen Fingerspitzen. Sie h\u00f6rte Draks lachen und \u201eauf bald\u201c rufen, als sich das Portal hinter Draks schloss. Porthea schluckte. Es war noch nie eine gute Idee gewesen, sich mit Reisenden einzulassen. Sie presste ihre zitternden H\u00e4nde aneinander. Hoffentlich hatte die Gestaltwandlerin nichts davon bemerkt.<br>\u201eName?\u201c Porthea lauschte der eigenen Stimme. Ja, sie klang ruhig. Immerhin.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIlana\u201c, kam die Antwort sofort. Was einmal mehr bewies, dass diese Person noch nie gereist war. Niemand musste hier den eigenen Namen preisgeben. Viel zu intimes Wissen. Porthea kannte nur die Namen der Reisenden, mit denen sie sich &#8211; nun ja, anfreundete.<br>\u201eBitte &#8211; wenn Draks in Gefahr ist \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es war ganz und gar gegen jedes Protokoll, eine Reisende ihre erste Reise allein antreten zu lassen. So viel konnte passieren &#8211; so vieles schiefgehen \u2026 Porthea atmete gegen ihre Wut an. Es war ganz und gar gegen jedes Protokoll, dass die Portalh\u00fcterin ihren Posten verlie\u00df. Das wusste Draks ganz genau! Porthea z\u00e4hlte bis f\u00fcnfzig. Und da das nicht half, z\u00e4hlte sie weiter bis hundert, begann wieder von vorn.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der f\u00fcnften Wiederholung beruhigte sich ihr Herzschlag. Porthea starrte auf das Portal, als k\u00f6nnte das ihr eine Antwort geben. Es hob sich wie immer in etwas dunkleren Farbt\u00f6nen von der Baumrinde ab, blieb aber &#8211; ebenfalls wie immer &#8211; stumm. Mit jeder Schuppe an ihrem K\u00f6rper w\u00fcnschte Porthea sich in die Zeit ihrer Ausbildung zur\u00fcck. Dann k\u00f6nnte sie jetzt ihre Vorg\u00e4ngerin um Rat bitten. Aber wie es sich f\u00fcr eine Portalh\u00fcterin geh\u00f6rte, hatte sie am Ende der Ausbildung Porthea die volle Verantwortung f\u00fcr das Portal \u00fcbergeben und und hatte dann das Portal ge\u00f6ffnet &#8211; ein letztes Mal.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie alle Portalh\u00fcterinnen vor ihr. So, wie es auch Porthea tun w\u00fcrde &#8211; irgendwann. In ferner Zukunft. Definitiv nicht jetzt. Sie hatte ja noch nicht einmal damit begonnen, eine Nachfolgerin auszubilden! Und das Portal durfte nie ohne H\u00fcterin zur\u00fcckbleiben. Porthea starrte auf ihre Fingerkuppen. Perfekt ausgebildete, winzige Schuppen. Wie immer. Nicht einmal die zarteste Andeutung von Rinde. Daf\u00fcr war sie auch noch viel zu jung. Gerade einmal neunundneunzig. Ihre Vorg\u00e4ngerin und Ausbilderin war mit dreihundertsiebzig ins Portal gegangen. Das R\u00e4uspern der Gestaltwandlerin lie\u00df sie zusammenzucken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDarf ich &#8211; ich meine, w\u00e4re es m\u00f6glich eine Ausnahme \u2026 f\u00fcr Draks?\u201c<br>Porthea kn\u00fcllte den Zettel in einer Hand zusammen. Als ginge es nur um ihr Formular-Herz! Wenn Draks das von ihr dachte, dann kannte Draks sie nicht wirklich. Und das schmerzte noch mehr als die verdammte Entscheidung, die sie hier treffen musste. Zum ersten Mal in ihrem Leben verfluchte Porthea den Tag, an dem sie sich entschlossen hatte, Portalh\u00fcterin zu werden. An dem sie zugestimmt hatte, nie durch das Portal sondern am Ende ihres Lebens in das Portal zu gehen. Von der Portalh\u00fcterin zu einem Teil des Portals zu werden, damit es weiter existierte. So, wie es jede Portalh\u00fcterin versprach. Wie es jede Portalh\u00fcterin tat. Und genau deswegen gingen sie auch nie durch das Portal, traten keine Reise an, denn in anderen Welten lauerten viel zu viele Gefahren. Nicht auszudenken, wenn eine Portalh\u00fcterin reiste und nicht zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Papier in ihrer Hand knisterte. Draks. Verflucht, verflucht und verflucht. Porthea seufzte tief. \u201eWas wei\u00dft du \u00fcber die tausend Bibliotheken?\u201c<br>\u201eEs sind \u2026 viele Bibliotheken?\u201c<br>Wirklich, Draks? Die soll dich retten? Die Schuppen auf Portheas Kopf stellten sich auf. Sie fuhr sich eilig dar\u00fcber. \u201eWas qualifiziert dich dazu, Draks zu retten?\u201c, knurrte sie sie schlie\u00dflich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin &#8211; sehr entfernt &#8211; mit Draks verwandt. Wir, wir haben eine Verbindung.\u201c Sie rang die H\u00e4nde und blickte zu Boden. \u201eWenn ich in derselben Welt bin, kann ich sp\u00fcren, wo genau Draks ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>So lange sie auch auf eine Fortsetzung wartete, es kam nichts mehr. Porthea dr\u00fcckte eine Hand gegen ihre Kopfschuppen, die sich schon wieder aufstellten. Diese Gestaltwandlerin wollte also einfach so in eine Welt spazieren, \u00fcber die sie nichts wusste, darin herumwandern, bis sie Draks sp\u00fcrte, um dann diesem Gef\u00fchl zu folgen, ohne zu wissen, welche Gefahren am Ziel auf sie lauern mochten. \u201eHaben Sie eine Kampfausbildung?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gestaltwandlerin sch\u00fcttelte den Kopf.<br>\u201eK\u00f6nnen Sie sich in irgendein gef\u00e4hrliches Wesen verwandeln?\u201c<br>Die Gestaltwandlerin sch\u00fcttelte den Kopf.<br>\u201eVerf\u00fcgen Sie wenigstens \u00fcber eine weitere, n\u00fctzliche Form von Magie?\u201c<br>Die Gestaltwandlerin sch\u00fcttelte den Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Porthea wollte schreien. Sie wollte auf den Tisch einschlagen, ihn entzweischlagen, das Holz splittern und krachen h\u00f6ren. Sie wollte Draks packen und sch\u00fctteln. Sie wollte die Zeit zur\u00fcckdrehen und Draks von der verfluchten Reise abhalten. Sie wollte Draks anvertraut haben, was es bedeutete, Portalh\u00fcterin zu sein. Sie konnte nichts davon tun. Jetzt half nicht einmal mehr z\u00e4hlen. Porthea schloss die Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie w\u00fcrde den Schleier verst\u00e4rken m\u00fcssen, damit der niemanden mehr hindurchlie\u00df. Sie w\u00fcrde drei tragbare Not-R\u00fcckreise-Portale schaffen und mitnehmen m\u00fcssen. Sie w\u00fcrde dieser Gestaltwandlerin alles \u00fcber die tausend Bibliotheken erz\u00e4hlen m\u00fcssen, was sich in der kurzen Zeit der Reise erz\u00e4hlen lie\u00df. Sie w\u00fcrde ihr einsch\u00e4rfen, sich aus K\u00e4mpfen herauszuhalten. Sie w\u00fcrden Draks finden. Und zur\u00fcckbringen. Sie w\u00fcrden alle hierher zur\u00fcckkommen. Ein andere Option kam nicht in Frage.<\/p>\n\n\n\n<p>Porthea \u00f6ffnete die Augen. Sie legte den F\u00fcllfederhalter an seine Stelle auf dem Tisch. Sie verschloss das Tintenf\u00e4sschen. Sie schlug sanft das Buch zu. Tasse und Teekanne lie\u00df sie auf dem Tisch stehen. Porthea erhob sich. \u201eGehen wir\u201c, sagte sie. Und wenn ich nicht zur\u00fcckkomme, Draks, dann kannst du was erleben. Porthea legte die H\u00e4nde auf die Baumrinde und konzentrierte sich auf die tausend Bibliotheken. Die Rinde erw\u00e4rmte sich unter ihren H\u00e4nden, leuchtete sanft. Porthea z\u00e4hlte stumm bis f\u00fcnf. Dann \u00f6ffnete sie das Portal.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230; Fortsetzung: <a href=\"http:\/\/mkstein.de\/wp\/?p=1316\">Schw\u00fcre und Wagnisse<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>(&#8230; die Geschichten meiner Kolleg*innen zum Genre Portal Fantasy k\u00f6nnt ihr hier lesen:<br>Carola Wolff: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/carolawolff.de\/zartbitterzimt\/\" target=\"_blank\">Zartbitter &amp; Zimt<\/a> <br>C. A. Raaven: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.c-a-raabe.de\/phantastischermontag\/portfant02\" target=\"_blank\">Zusammengew\u00fcrfelt<\/a> <\/em>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Im Juni widmen wir uns bei #phantastischermontag dem Genre Portal Fantasy.) 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