{"id":269,"date":"2015-05-28T21:36:52","date_gmt":"2015-05-28T19:36:52","guid":{"rendered":"http:\/\/mkstein.de\/wp\/?p=269"},"modified":"2015-05-28T21:37:43","modified_gmt":"2015-05-28T19:37:43","slug":"stadtmagie-eine-geheime-mission-teil-6","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mkstein.de\/wp\/?p=269","title":{"rendered":"Stadtmagie &#8222;Eine geheime Mission&#8220;, Teil 6"},"content":{"rendered":"<p>\u201eSo eine -\u201c Anne steckte das Handy weg, das sie automatisch aus der Tasche gezogen hatte. Exzentrisch war ja sch\u00f6n und gut, aber unerreichbar war schlicht unakzeptabel. Wer existierte heutzutage noch ohne Handy? Die Antwort war ebenso simpel wie nervig: Kjara Larson. Die Frau, von der ihr Vorg\u00e4nger gesagt hatte: \u201eEgal, wie verr\u00fcckt sie dir oft vorkommen wird, du wirst gut daran tun, ihr zuzuh\u00f6ren.\u201c Und damit hatte Joost sich in die Rente verabschiedet. Aber wie sollte sie auf eine h\u00f6ren, die sie nicht mal erreichen konnte, wenn sie dringend mit ihr reden wollte? Sie w\u00fcrde dieser Frau ein Handy aufn\u00f6tigen und wenn sie es pers\u00f6nlich kaufen musste! \u201eAlso gut, also gut, bleib ganz ruhig.\u201c Sie biss sich auf die Lippe. Das musste sie sich abgew\u00f6hnen. Dringend. Sowohl das Lippenbei\u00dfen als auch das laute Reden, wenn sie allein war. Sonst w\u00fcrde sie noch anfangen, sich f\u00fcr verr\u00fcckt zu halten. Und den Gefallen w\u00fcrde sie denjenigen, die sie jetzt schon als durchgeknallt abschrieben, ganz bestimmt nicht tun.<\/p>\n<p>Sie schluckte gegen die n\u00e4chsten Worte an, die sich hinausdr\u00e4ngen wollten. Die Entw\u00f6hnung vom Bei\u00dfen verschob sie auf sp\u00e4ter. Immer eins nach dem anderen. Sie zog ihr Handy wieder aus der Hosentasche und begann zu fotografieren. Die Zeichnungen an den W\u00e4nden waren komplett wirr. Aber sie w\u00fcrde jetzt nicht versuchen, das Labyrinth aus Linien zu entschl\u00fcsseln. Besser, sie konzentrierte sich weiter darauf, keine lauten Kommentare abzugeben. Immerhin konnte jederzeit jemand reinkommen. Dem Schlafsack und den noch frischen Essensresten nach lebte hier wer \u2013 oder war zumindest hier untergekrochen. Anne w\u00fcrde es eindeutig vorziehen, wenn sie diejenige war, die die \u00dcberraschung auf ihrer Seite hatte. Besser noch: wenn sie diejenige auf einem gut verborgenen Beobachtungsposten war, wenn, wer immer hier Unterschlupf gefunden hatte, von seinem oder ihrem Ausflug zur\u00fcckkam.<\/p>\n<p>Sie schoss ein letztes Bild und steckte das Handy zur\u00fcck in die Hosentasche. Es juckte sie in den Fingern, hier alles zu durchsuchen, aber dazu brauchte sie eine Genehmigung, sagte ihr Gewissen \u2013 und wenigstens eine Person zur Verst\u00e4rkung, um die T\u00fcr zu \u00fcberwachen, meldete die Vernunft. Anne seufzte. Sie schaute sich ein letztes Mal um: Schlafsack in der linken Ecke gegen\u00fcber der T\u00fcr, ein Apfel, zwei Bananen, ein halbes Brot auf dem Tisch unterm Fenster, ein elektrischer Wasserkocher \u2013 also gab es hier Strom \u2013 Teebeutel und Instantkaffee. Sie verzog das Gesicht. Ein Stapel B\u00fccher und Notizb\u00fccher und Stifte nahmen die andere H\u00e4lfte des Tischs ein. Darunter lag ein Haufen mit Klamotten und Decken und wer wei\u00df was sich darunter noch verbarg.<\/p>\n<p>An der Wand neben der T\u00fcr, links, ein Regal voller Einmachgl\u00e4ser, alle gef\u00fcllt, und auf der rechten Seite von der T\u00fcr, die Zeichnung mit den wirren Linien. Die hatte sie sicher. Zeit zu verschwinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2026 Fortsetzung folgt! (Sorry, in n\u00e4chster Zeit eher unregelm\u00e4\u00dfig, der n\u00e4chste Roman will geschrieben werden &#8230;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSo eine -\u201c Anne steckte das Handy weg, das sie automatisch aus der Tasche gezogen hatte. Exzentrisch war ja sch\u00f6n und gut, aber unerreichbar war schlicht unakzeptabel. Wer existierte heutzutage noch ohne Handy? Die Antwort war ebenso simpel wie nervig: Kjara Larson. 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