#herzleer – Lesung im Mai

#herzleerTeaserEndlich ist sie da, die Anthologie #herzleer (Oetinger, März 2017) inklusive meiner neuen Geschichte “Ein halber Sommer lang”. Geschrieben habe ich die Geschichte, die 1961 in Berlin spielt, im letzten Sommer, und jetzt ist sie endlich gedruckt. Viele Vorgaben für die Geschichte bekam ich nicht, als ich letztes Jahr zu dieser Anthologie eingeladen wurde: um eine letzte Nachricht der großen Liebe sollte sich alles drehen. Wer, was, wie, warum, wo, wann – blieb alles den AutorInnen überlassen. Was wir alles daraus gemacht haben, lässt sich nun nachlesen.

Und kaum ist das Buch da, gibt es auch schon die erste Lesung dafür anzukündigen! :-) KORREKTUR ZU TERMIN & ORT!! Die Lesung findet wegen eines Wasserrohrbruchs am Veranstaltungsort jetzt nicht mehr im April sondern im MAI und an anderer Stelle statt:

Am o7. Mai 2017 lese ich im “Meerbaum-Haus”, um 16 Uhr geht es los, im Siegmunds Hof 20, 10555 Berlin (S-Bhf Tiergarten / U-Bhf Hansaplatz)

Sylvia Eulitz begleitet die Lesung am Cello!

#herzleerCoverAus dem Klappentext: “Wenn die Liebe geht und nur eine letzte Nachricht bleibt. Der Abschied einer großen Liebe, verpasste Gelegenheiten, widrige Umstände – manchmal muss man geliebte Menschen gehen lassen, auch wenn man möchte, dass sie bleiben. Acht atemberaubende Geschichten erzählen von intensiven Gefühlen, die wehtun und niemals vergehen. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach mehr.”

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel auf Schloss Moritzburg

Um Weihnachten herum wurde das Aschenbrödel bei Kaisers gesichtet – Liv Winterberg, deren Roman “Elisabetta” ihr unbedingt lesen müsst, hat mir das Beweisfoto geschickt. ;-)

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Und ganz bald geht das Aschenbrödel wieder auf Reise in die Nähe von Dresden, dorthin, wo viele Szenen aus dem Film gedreht wurden – auf Schloss Moritzburg. Dort lese ich am 22. Januar 2016 gleich zwei Mal: um 11 Uhr und um 15 Uhr. Vielleicht ist es ja auch wieder so hübsch verschneit wie im letzten Jahr …

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Schreibimpuls am Mittwoch – Geschichtenzeit

Adventszeit ist Geschichtenzeit. Warum also nicht mal die eigene Kreativität aktivieren und Geschichten verschenken? Wer schon seit offiziellem Einsetzen der Weihnachtszeit von der heranbrandenden Konsumwelle erschöpft ist, könnte einfach einmal das Experiment wagen, eine eingene Geschichte zu verfassen. Impulse & Tipps dazu finden sich in den hier auf dem Blog versammelten Schreibimpulsen. ;-)

Wer lieber persönliche Schreibanregungen bekommt, hat dazu Gelegenheit beim letzten Workshop dieses Jahres. Noch können sich Kurzentschlossene für den 16.12.2016 anmelden!

Und wer dann doch lieber Geschichten von anderen liest, hat auch dazu Gelegenheit. Zum einen beim Online-Adventskalender von Constanze Budde, mit z.B. einer kleinen Geschichte von mir - zum anderen im Ebook “Oh du Fröhliche: Gesammelte Weihnachtsgeschichten aus sieben Jahren“, eine Weihnachtstradition einer Gruppe von Autor*innen aus Berlin und anderswo.

Zum Schluss dann doch noch eine kleine Schreibanregung für heute: Im der oben erwähnten Weihnachtstradition stellen wir uns zwei Herausforderungen: Wir suchen uns den Titel eines Weihnachtsliedes aus (also, z.B. “Oh du Fröhliche”, “Es kommt ein Schiff”, “Leise rieselt der Schnee”, …), und dieser Titel ist das Thema für jede Geschichte. Jede Geschichte wiederum ist auf maximal 1000 Worte begrenzt. Alles andere ist deine Entscheidung. Viel Spaß beim Schreiben!

Schreibimpuls am Mittwoch – das Besondere im Gewöhnlichen entdecken

Sie öffnete die Tür.

Wenn wir so einen Satz am Anfang einer Geschichte, als ersten Satz schreiben oder lesen, klingt er ganz und gar banal. Eine Tür öffnen – das ist etwas Alltägliches. Das scheint so ganz und gar nichts Besonderes zu sein. Aber wenn wir uns den Satz einmal mit dem Werkzeugkasten des kreativen Schreibens vornehmen, lassen sich viele Entdeckungen machen. Zum Beispiel, wenn wir ihn von seinem Platz am Anfang ganz ans Ende verlegen, als letzten Satz. Wenn dann unsere Figur die ganze Geschichte über mit sich gekämpft hat, darum gekämpft hat, den Mut aufzubringen, diese Tür zu öffnen, wenn wir die ganze Zeit über mitfiebern und sie anfeuern, weil wir wissen, es wird ihr gut tun, diese Tür zu öffnen – wenn sie dann endlich, endlich soweit ist, die Hand auf den Türknauf zu legen, dann bekommt dieser banale Satz eine ganz andere Bedeutung. Sie öffnete die Tür. Und wir, die wir die Geschichte lesen, jubeln, wir sind erleichtert und zufrieden, dass sie es am Ende geschafft hat.

Oder wenn der Satz mitten in der Geschichte steht, nachdem eine ausdrückliche Warnung in Bezug auf gerade diese Tür ausgesprochen wurde. Wie z.B. in einem Märchen: “Jedes Zimmer in meinem Schloss darfst du betreten, jede Tür öffnen, doch von dieser musst du dich fernhalten, diese Tür darfst du nicht öffnen.” Und was tut unsere Heldin? Erst hält sie sich brav an das Verbot, dann wird die verbotene Tür jedes Mal, wenn sie an ihr vorbeigeht verlockender und verlockender. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter ihr? Und schließlich kann unsere Heldin nicht länger wiederstehen. Sie öffnete die Tür. Und wir halten mit ihr den Atem an, fürchten uns und wollen zugleich nun endlich wissen, was sich hinter der Tür verbirgt.

Das sind nur zwei Möglichkeiten, wie ein ganz banaler Satz zu einem wunderbaren, einem spannungsgeladenen Moment gemacht werden kann. Jetzt bist du dran. Nimm dir einen ganz banalen Satz vor, eine Alltagshandlung und baue ihn so in eine Geschichte ein, dass er zu etwas Besonderem wird. Viel Spaß beim Ausprobieren! Und ich bin neugierig auf die Ergebnisse … :-)

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Schreibimpuls am Mittwoch – Eindrücke

Beim heutigen Schreibimpuls geht es darum, sich ganz auf einen deiner Sinne zu konzentrieren. Beim Schreiben – oder besser gesagt beim Beschreiben eines Ortes, einer Begegnung, eines Erlebnisses stehen uns meistens alle unsere Sinne zur Verfügung, um unsere Eindrücke davon wiederzugeben. Und wir suchen uns die eindrücklichsten aus, damit diejenigen, die unseren Text lesen, sich ein Bild machen können. Die Idee für heute ist, sich auf einen Sinn zu beschränken. Nimm dir eine Szene vor, die du bereits geschrieben hast (vielleicht etwas aus den vorhergegangenen Schreibimpulsen) und suche dir einen Sinn aus – tasten, sehen, fühlen, schmecken, riechen, hören. Wenn du nur diesen einen Sinn benutzen darfst, wie würde das die beschriebene Szene beeinflussen? Verändern? Jeder der Sinne kann die Tür zu einer anderen Geschichte öffnen … in diesem Sinne:

TürOffenWenn du magst, kannst du dieselbe Szene auch für jeden einzelnen unserer Sinne durchspielen und schauen, was sich jeweils verändert. Viel Spaß beim Austesten! :-)

Schreibimpuls am Mittwoch – schreiben in der Gruppe

Heute geht es mal um keine konkrete Schreibanregung sondern mehr um eine gute Umgebung fürs kreative Schreiben. Oft sitzen wir ja einsam und allein an einem Ort und versuchen, einen Anfang zu finden. Und dann tun sich da alle diese Ablenkungen auf – vom Anruf bei der besten Freundin über die Steuererklärung bis zum Abwasch, alles scheint plötzlich viel wichtiger, als eine Geschichte zu Papier zu bringen.

Aber es gibt Möglichkeiten, sich selbst auszutricksen. Eine davon ist, aus dem Haus zu gehen, sich mit anderen Schreibenden zu treffen. Und zwar nicht, um sich gegenseitig all die Probleme zu erzählen, die vom Schreiben abhalten, sondern um zusammenzusitzen und zu schreiben. Das funktioniert.

Zum einen hast du im ersten Schritt schon einmal das Haus verlassen. Du hast dem Schreiben also eine Wichtigkeit eingeräumt, hast dich aufgerafft und aufgemacht. Da wäre es doch zu schade, all diese Energie ungenutzt zu lassen. Zum anderen ist da dann diese besondere Atmosphäre von Menschen, die in einem Raum zusammensitzen (z.B. an einem Tisch in einem Café) und alle konzentriert an etwas arbeiten. Das regt an, und man greift auch selbst ganz automatisch zu Stift und Papier oder kriegt die Finger auf die Tastatur und legt los.

Wenn du noch keine anderen Schreibenden kennst und jetzt nicht weißt, wie du das angehen sollst, könntest du dich z.B. für ein erstes Ausprobieren zu unserem nächsten Workshop “Teepicknick & sinnlich-kreatives Schreiben” anmelden. Noch sind Plätze für November und Dezember frei! ;-)

Schreibimpuls am Mittwoch – 3 Figuren, 1 Ort

Unsere Wahrnehmung wird geprägt von unseren Erfahrungen. Das können wir uns beim kreativen Schreiben zunutze machen. Die Erfahrungen, der Hintergrund einer Figur prägt, wie sie ihre Umgebung wahrnimmt. Wenn also drei Figuren denselben Ort betreten, werden sie ihn unterschiedlich wahrnehmen. Schon etwas so simples wie ein kalter Wind kann aus der Perspektive zweier Figuren ganz unterschiedlich beschrieben werden:

Beispiel 1: Der Wind zupfte und zerrte an ihr wie ein ungeduldiges Kind.

Beispiel 2: Der Wind griff mit eisigen Fingern nach ihrem Nacken. Selbst als sie den Kragen des Mantels hochschlug, fröstelte sie noch.

Um genau solche unterschiedlichen Wahrnehmungen geht es beim heutigen Schreibexperiment:

ProfilbildDenk dir drei Figuren aus – ganz einfach mit nur vier Festlegungen: Name, Alter, Geschlecht, Beruf. Dann überlege dir einen Ort, wieder nur mit wenigen Festlegungen: Tageszeit, Wetter, Stimmung. Jetzt schicke jede der Figuren einzeln an diesen Ort und beschreibe aus ihrer Perspektive, wie sie ihn wahrnimmt.

Schreibimpuls am Mittwoch – träumen

Heute geht es beim kreativen Schreiben mal nicht ums Schreiben.

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Richtig gelesen, dieses Mal werden Stift und Papier weggelegt und etwas anderes ganz wichtiges fürs Schreiben getan: träumen. Tagträumen, um genau zu sein. Sich erlauben, einfach vor sich hinzuträumen, ohne gleich aufzuschreiben, was so in den Kopf kommt, sondern einfach die Gedanken kommen lassen und ihnen folgen, ganz vorsichtig, ohne sie zu stören, ohne ihnen eine bewusste Richtung zu geben.

Dazu suchst du dir einen Platz, an dem du dich wohl fühlst und an dem du es eine Weile lang aushältst, ohne gleich wieder aufzuspringen, um z.B. was zu trinken oder zu essen zu holen oder ähnliches. Notizbücher, Stifte, Computer sind nicht in Reichweite. Nimm dir eine Stunde Zeit, in der dich niemand stören darf – kein Telefon, keine Freundin, kein Freund, kein Familienmitglied, nicht mal ein Haustier. Das ist deine Traumzeit (wenn du mehr als eine Stunde Zeit dafür hast umso besser). Geschichten werden aus Tagträumen geboren. Und daher ist Träumen fürs Schreiben so wichtig. In diesem Sinne: schöne Träume!

Schreibimpuls am Mittwoch – Schlagworte

Bei der heutigen Anregung zum kreativen Schreiben kann einfach nur ein Anfang einer Geschichte entstehen, oder eine Szene mitten aus einer Geschichte, oder gar eine ganze Kurzgeschichte. Wie weit du schreiben möchtest, entscheidest du selbst.

Die Überlegungen vorm Schreiben sind nur wenige. In welchem Genre soll die Geschichte angesiedelt sein (Phantastik, Krimi, Belletristik, Romantik, Drama, Komödie, Thriller, Horror, SciFi, …)? Wo spielt sie, also an welchem Ort? Und zu welcher Zeit (Nacht, Tag, Morgen, Mittag, Abend, Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft)? Wer ist die Hauptfigur? Nachdem diese vier Fragen beantwortet sind – jeweils nur mit einem Schlagwort, also bei mir wäre das gerade z.B.:

Genre: Phantastik

Ort: Berlin

Zeit: früher Morgen (okay, das waren jetzt zwei Wörter … ist aber auch erlaubt!)

Hauptfigur: Drache

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Damit würde ich jetzt loslegen. Bin gespannt, was eure Schlagworte sind und welche Geschichten daraus entstehen! Viel Vergnügen beim Schreiben. :-)

 

Schreibimpuls am Mittwoch – Elfchen

Wer hat Angst vorm Gedichtschreiben? Mit einem Elfchen lässt sich ganz leicht ein Anfang machen. Nein, es geht nicht darum, auf Elfensuche zu gehen (aber warum eigentlich nicht, fragt mal die Leute aus Island, da soll es ganz viele geben, also Elfen), sondern darum, welche zu schreiben. Klar, hier geht’s ja ums kreative Schreiben. Ein Elfchen ist ein Gedicht aus elf Worten. Und damit das Gedichtschreiben leicht fällt, gibt es für jede Zeile eine Anregung. Dabei muss sich nichts reimen und auch kein Versmaß eingehalten werden. Wie auch sonst, kann’s einfach drauflos gehen. Und zwar nach folgendem Muster:

Zeile 1: ein Wort (ein Gedanke, ein Gegenstand, eine Farbe, ein Geruch, eine Stimmung, oder was dir sonst so einfällt.)

Zeile 2: zwei Wörter (was macht das Wort aus Zeile eins?)

Zeile 3: drei Wörter (wo oder wie ist das Wort aus Zeile eins?)

Zeile 4: vier Wörter (was meinst du dazu, was ist dein Gedanke zu dem Bisherigen?)

Zeile 5: ein Wort (die Abrundung, das Fazit: was kommt dabei heraus?)

ProfilbildDann mal nach Stift und Papier gelangt – leg einfach los, schreibe ein erstes Wort hin und beantworte dir dann die Fragen zu den weiteren Zeilen in der vorgegebenen Wortzahl. Schon entsteht ein Elfchen. Viel Spaß! Und vielleicht magst du ja ein Elfchen, das dir besonders gut gefällt, hier mit anderen teilen. :-)