Stadtmagie „Eine geheime Mission“, Teil 3

Sie erwischte das Leuchten beim letzten Wort, mit dem es erlosch. Doch sie spürte es, eine dunkle Kugel, die sicher zwischen ihren Händen ruhte.

Sie zog sich zurück. Schwankte, als ihre Magie sich wieder in ihrem Körper sammelte. Das war knapp gewesen. Und schwieriger als es hätte sein dürfen. Ja, die Adern der Magie dieser Stadt waren zu lange vernachlässigt worden und unterbrochen und verstopft. Deswegen war sie schließlich hier, um das Aderngeflecht der Magie in der Stadt zu reparieren. Stück für mühsames Stück. Doch dieses Mal hatte sie noch eine andere Macht im Geflecht gespürt. Nun, irgend jemand musste diesen leichtsinnigen Menschen ihre Wesenheiten gestohlen haben. Und dieser irgend jemand legte es darauf an, ihr das Leben noch schwerer zu machen. Kjara hielt die Hände schützend um die kühle dunkle Kugel. Immer ein Schritt nach dem anderen.

Mit einer Geste löste sie die Menschen um sich herum aus der Starre. Sie machten alle an genau der Stelle weiter, an der sie gestoppt hatten. Niemand wunderte sich, niemand schöpfte Verdacht. Vielleicht bemerkten sie nicht einmal, dass sie einen Teil der Strecke verpasst hatten. Oder sie meinten, sie wären kurz eingenickt.

Die Bahn quietschte, verlangsamte die Fahrt. Stoppte.

Kjara stieg aus. Stadtmitte. Hier musste sie umsteigen, wenn sie zum Krankenhaus wollte. Hoffentlich ließ man sie zu dem Patienten – und dann mit ihm allein. Eine Wesenheit stiftete gewöhnlich Verwirrung, nachdem sie in einen Körper zurückgegeben wurde, von dem sie länger getrennt war. Besser, wenn sie dabei keine Zeugen hatte. Es wäre wirklich um einiges leichter, wenn die Menschen hier um Magie wüssten. Aber sie war nicht hierher geschickt worden, um es leicht zu haben. Sie arbeitete hier eine Strafe ab.

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