Wie bist du auf die Idee gekommen?

Auf Lesungen kommt immer wieder die Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?Im Grunde gibt es darauf nur eine kurze Antwort: Die Idee ist zu mir gekommen. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie Ideen entstehen. Für mich ist das einer der magischen Momente beim Schreiben. Vielleicht setzen sie sich aus Beobachtungen, Träumen, Erinnerungen, …

Phantastischer Montag: Frage und Antwort

Elyf hatte sich zurückgezogen, bevor Andra ihre Bitte an die Harpyien richtete. Zur Vorsicht. Sie wollte nicht einmal in den Verdacht geraten, sie ein zweites Mal um Hilfe zu bitten, hatte sie gesagt. Als sie Marthes Warnung für Andra wiederholte, lag die Angst nicht nur in ihrer Stimme sondern auch in ihren Augen: Solltest du …

phantastischer Montag: Worte, in den Wind geflüstert

Andra grub die Krallen tiefer in die Erde. Von weit her konnte sie die Hitze der Lava im Erdinneren spüren. Sehr weit her. Sie wollte sich darin vergraben, alle Erinnerungen an ihre Tat, an ihre Verbannung, all die Last dieser Welt von ihren Schuppen brennen lassen – aber damit würde sie auch Elyf im Stich …

Phantastischer Montag: Kind des Windes

Sie fand sie nicht. Jeden Tag flog Elyf aus. Sie durchstreifte die Stadt, die mit jedem Flügelschlag zu wachsen schien. Natürlich konnte Andra längst die Stadt, das Land verlassen haben. Drachenflügel trugen sie ganz sicher schneller und weiter fort, als Krähenflügel Elyf trugen. Trotzdem gab sie nicht auf. Doch immer wieder kehrte sie erfolglos zurück. …

Phantastischer Montag: Der Preis für Magie

Der Raum hinter der Tür war klein und riesig zugleich. Selbst aus ihrer Flughöhe konnte Andra die Ausmaße nicht bestimmen. Ständig musste sie Säulen, überhohen Regalen, Schränken und dazwischen hängenden Schlingpflanzen ausweichen. Schließlich landete sie und wandelte sich von ihrer Drachen- zu ihrer Menschengestalt. Von unten wirkten die Regale voller Bücher und die verschlossenen Schränke …

Phantastischer Montag: Zwischen den Welten

Andra ließ zur Beruhigung eine kleine Flamme in sich entstehen, klein genug, dass sie nicht aufsteigen würde, groß genug, dass sie ihr Zuversicht schenkte. Sie beglückwünschte sich dazu, in ihrer Drachengestalt hier zu sein und nicht in ihrer menschlichen Form. Die stetige Flamme in ihrem Inneren verbreitete wohlige Wärme. Sie blickte die Treppe hinauf zu …

Phantastischer Montag: Wagnisse und rätselhafte Wesen

Es war die dritte einsame Nacht. Andra hatte sich einen Ort gesucht, an dem sie nie zuvor mit Elyf gewesen war. Der Wind brachte die Metallstreben zum Singen, abgerissene Planen schlugen dazu einen wilden Rhythmus. Irgendwann einmal mussten die Planen die Kuppel über ihr geschlossen haben. Das seltsame Gebilde stand auf einem Hügel – Berg, …

Phantastischer Montag: Der Gesang der Bäume

Der Gesang stockte. Nur für den Bruchteil einer Sekunde. Aber jetzt, da sie das Stocken vernommen hatte, konnte sie es nicht länger ignorieren. Oder doch? Es war eine furchtbare Idee, die sich wunderbar anfühlte. Wenn sie sich für den Rest aller Zeit in dieser Idee verkriechen könnte, sich an sie schmiegen wie an Elyfs Körper …

Phantastischer Montag: Die Sozietät und andere glitzernde Verlockungen

S P H I N X Sozietät für phantastische Halbwesen in Notlagen X (marks the spot) Andra starrte das Grafitti auf dem Brückenpfeiler an. Die Schrift glitzerte silbern im Sonnenlicht. Das Glitzern hatte sie überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht. Glitzerdinge waren nun einmal unwiderstehlich – und in dieser Stadt gab es entschieden zu viele davon. …

Phantastischer Montag: Atmen und hoffen

Andra starrte in den Abend hinaus. Ihr Zimmer über der Krähenbar ging hinaus auf die stets einsame Gasse, und das gelbliche Licht der Laterne gleich neben dem Eingang strich über ihr Fenster, machte den Abend dämmrig statt dunkel, brachte die Regentropfen zum Funkeln, die seit Stunden hinabfielen und an ihre Fensterscheibe klopften. Genauso lang wie …