Schreibimpuls am Mittwoch – das Besondere im Gewöhnlichen entdecken

Sie öffnete die Tür.

Wenn wir so einen Satz am Anfang einer Geschichte, als ersten Satz schreiben oder lesen, klingt er ganz und gar banal. Eine Tür öffnen – das ist etwas Alltägliches. Das scheint so ganz und gar nichts Besonderes zu sein. Aber wenn wir uns den Satz einmal mit dem Werkzeugkasten des kreativen Schreibens vornehmen, lassen sich viele Entdeckungen machen. Zum Beispiel, wenn wir ihn von seinem Platz am Anfang ganz ans Ende verlegen, als letzten Satz. Wenn dann unsere Figur die ganze Geschichte über mit sich gekämpft hat, darum gekämpft hat, den Mut aufzubringen, diese Tür zu öffnen, wenn wir die ganze Zeit über mitfiebern und sie anfeuern, weil wir wissen, es wird ihr gut tun, diese Tür zu öffnen – wenn sie dann endlich, endlich soweit ist, die Hand auf den Türknauf zu legen, dann bekommt dieser banale Satz eine ganz andere Bedeutung. Sie öffnete die Tür. Und wir, die wir die Geschichte lesen, jubeln, wir sind erleichtert und zufrieden, dass sie es am Ende geschafft hat.

Oder wenn der Satz mitten in der Geschichte steht, nachdem eine ausdrückliche Warnung in Bezug auf gerade diese Tür ausgesprochen wurde. Wie z.B. in einem Märchen: “Jedes Zimmer in meinem Schloss darfst du betreten, jede Tür öffnen, doch von dieser musst du dich fernhalten, diese Tür darfst du nicht öffnen.” Und was tut unsere Heldin? Erst hält sie sich brav an das Verbot, dann wird die verbotene Tür jedes Mal, wenn sie an ihr vorbeigeht verlockender und verlockender. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter ihr? Und schließlich kann unsere Heldin nicht länger wiederstehen. Sie öffnete die Tür. Und wir halten mit ihr den Atem an, fürchten uns und wollen zugleich nun endlich wissen, was sich hinter der Tür verbirgt.

Das sind nur zwei Möglichkeiten, wie ein ganz banaler Satz zu einem wunderbaren, einem spannungsgeladenen Moment gemacht werden kann. Jetzt bist du dran. Nimm dir einen ganz banalen Satz vor, eine Alltagshandlung und baue ihn so in eine Geschichte ein, dass er zu etwas Besonderem wird. Viel Spaß beim Ausprobieren! Und ich bin neugierig auf die Ergebnisse … :-)

WohnzWerkstatt05

Schreibimpuls am Mittwoch – Schlagworte

Bei der heutigen Anregung zum kreativen Schreiben kann einfach nur ein Anfang einer Geschichte entstehen, oder eine Szene mitten aus einer Geschichte, oder gar eine ganze Kurzgeschichte. Wie weit du schreiben möchtest, entscheidest du selbst.

Die Überlegungen vorm Schreiben sind nur wenige. In welchem Genre soll die Geschichte angesiedelt sein (Phantastik, Krimi, Belletristik, Romantik, Drama, Komödie, Thriller, Horror, SciFi, …)? Wo spielt sie, also an welchem Ort? Und zu welcher Zeit (Nacht, Tag, Morgen, Mittag, Abend, Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft)? Wer ist die Hauptfigur? Nachdem diese vier Fragen beantwortet sind – jeweils nur mit einem Schlagwort, also bei mir wäre das gerade z.B.:

Genre: Phantastik

Ort: Berlin

Zeit: früher Morgen (okay, das waren jetzt zwei Wörter … ist aber auch erlaubt!)

Hauptfigur: Drache

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Damit würde ich jetzt loslegen. Bin gespannt, was eure Schlagworte sind und welche Geschichten daraus entstehen! Viel Vergnügen beim Schreiben. :-)

 

Schreibimpuls am Mittwoch – Elfchen

Wer hat Angst vorm Gedichtschreiben? Mit einem Elfchen lässt sich ganz leicht ein Anfang machen. Nein, es geht nicht darum, auf Elfensuche zu gehen (aber warum eigentlich nicht, fragt mal die Leute aus Island, da soll es ganz viele geben, also Elfen), sondern darum, welche zu schreiben. Klar, hier geht’s ja ums kreative Schreiben. Ein Elfchen ist ein Gedicht aus elf Worten. Und damit das Gedichtschreiben leicht fällt, gibt es für jede Zeile eine Anregung. Dabei muss sich nichts reimen und auch kein Versmaß eingehalten werden. Wie auch sonst, kann’s einfach drauflos gehen. Und zwar nach folgendem Muster:

Zeile 1: ein Wort (ein Gedanke, ein Gegenstand, eine Farbe, ein Geruch, eine Stimmung, oder was dir sonst so einfällt.)

Zeile 2: zwei Wörter (was macht das Wort aus Zeile eins?)

Zeile 3: drei Wörter (wo oder wie ist das Wort aus Zeile eins?)

Zeile 4: vier Wörter (was meinst du dazu, was ist dein Gedanke zu dem Bisherigen?)

Zeile 5: ein Wort (die Abrundung, das Fazit: was kommt dabei heraus?)

ProfilbildDann mal nach Stift und Papier gelangt – leg einfach los, schreibe ein erstes Wort hin und beantworte dir dann die Fragen zu den weiteren Zeilen in der vorgegebenen Wortzahl. Schon entsteht ein Elfchen. Viel Spaß! Und vielleicht magst du ja ein Elfchen, das dir besonders gut gefällt, hier mit anderen teilen. :-)

Schreibimpuls am Mittwoch – automatisches Schreiben

Dieses Mal geht es bei der Anregung zum Schreiben, ums Schreiben ohne Nachzudenken. Nicht das Ergebnis zählt, sondern das in den Fluss kommen. All die lästigen Stimmen im Kopf, die gleich jedes Wort beurteilen wollen, werden auf Urlaub geschickt (wenn sie sich denn nicht schon ganz verziehen wollen), mindestens eine Seite lang, lieber aber für drei Seiten. Einfach alles fürs Schreiben bereitlegen. Fertig? Dann:

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Ein Mal tief durchatmen, zum Stift greifen, ansetzen und ohne zwischendrin abzusetzen drauflosschreiben. Bis die Seite voll ist. Und dann gleich weiter.

Wer erzählen möchte, wie es damit ging, kann das gerne hier in den Kommentaren tun! :-)

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Schreibimpuls am Mittwoch – Gefundenes

Für die heutige Schreibanregung heißt: alle Wege mit wachen Blick begehen. Ob es der Weg von oder zur Arbeit ist, ein Spaziergang, der Weg zum Einkaufen, der Bummel durch die Straßen zum Treffen im Café, ins Kino oder eben wohin es heute auf diversen Wegen auch immer geht. Nimm von einem dieser Wege einen Gegenstand mit, der dir ins Blickfeld gerät. Etwas, das – scheinbar nutzlos – herumliegt, unbeachtet, bis es dir aufgefallen ist.

Es geht nicht darum, etwas zu kaufen (oder gar zu klauen), sondern unterwegs etwas zu finden, das du aufheben und mitnehmen kannst. Betrachte deinen Gegenstand, stell ihn dorthin, wo du am liebsten schreibst und verbringe etwas Zeit mit ihm.

Wie fühlt er sich an? Wo ist er hergekommen? Wieso hast du ihn mitgenommen? Wie würdest du ihn jemandem beschreiben, der/die ihn nicht sehen kann? Was ist seine Geschichte? Und welche Geschichte könntest du mit ihm erzählen …?

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Nimm dir Stift und Papier, schreib dir alle Fragen auf, die dir zu deinem Gegenstand einfallen, und auch die Antworten. Und wenn du magst, schreib etwas über deinen gefundenen Gegenstand hier in den Kommentaren – ich bin sehr neugierig, etwas über seine Geschichte zu erfahren! :-)

Schreibimpuls am Mittwoch – Schurkennamen

Ein Name kann eine Geschichte erzählen. Der Schreibimpuls heute kommt aus einer Namensliste – einer Liste für Superschurken/Superschurkinnen. Denn, seien wir mal ehrlich, es macht einfach Spaß so richtig böse Schurken/Schurkinnen zu erfinden. Als Ausgangspunkt dafür hier ein Namensgenerator, schon eingestellt auf die Suche nach Namen für “super villains” – einfach durch die Liste klicken, bis ein Name auftaucht, der zu dir spricht, der deine Fantasie anregt:

Fantasynamegenerators

ProfilbildDann zu Stift und Papier greifen, den Namen auf die Seite schreiben und fortsetzen mit: … hatte einen wirklich miesen Vormittag.

Was weiter passiert, warum der Vormittag so mies ist, ob er sich zum besseren wendet aus Superschurken/Superschurkinnen – Sicht, das ist ganz dir überlassen …

Schreibimpuls am Mittwoch – Es war einmal …

Die heutige Schreibanregung kommt aus dem Bereich der Märchen. Aber der Schreibimpuls muss nicht zwingend genutzt werden, um ein Märchen damit zu schreiben:

“Es war einmal …”

Das kann ein Märchen werden. Aber vielleicht eines, das in einer Science-Fiction-Welt erzählt wird, vielleicht sogar auf einem Planeten fern von unserer Erde. Das können einfach nur drei Worte sein, mit denen eine Erzählung über eine Figur beginnt – oder über einen Ort. Fragen könnte man sich auch: Wer erzählt da diese Geschichte? Und wem?

“Es war einmal …”

Zum Einstieg kann es helfen, die Worte laut auszusprechen. Drei Mal hintereinander, denn drei ist eine magische Zahl, und langsam, denn Magie erfordert Aufmerksamkeit.

ProfilbildDann zu Papier und Stift greifen und die ersten Worte notieren:

Es war einmal …

Schreibimpuls am Mittwoch – Eine Reise beginnt mit einem Wort

Bei den Schreibimpulsen soll es einfach darum gehen, den sinnlich-kreativen Teil in uns anzuregen. Alle inneren Stimmen, die kritisieren, zensieren, nörgeln oder sonstwie negativ auffallen wollen, lassen wir dabei einfach mal unbeachtet. Es geht einfach nur darum, in den Schreibfluss zu kommen. Mit Worten herumzuspielen, ohne dabei gleich ein Ziel, eine Aufgabe im Kopf zu haben.

Der SchreibImpuls für heute kommt aus der Beobachtung. Geht heute einen eurer Wege besonders aufmerksam – und wenn’s nur der in die Küche ist. Woran kommt ihr vorbei? Gibt es auf dem Weg etwas, das euch besonders anspricht? Das kann ein kleiner Gegenstand sein, der sonst nie auffällt – oder den ihr zwar täglich seht, aber keine besondere Beachtung schenkt. Nehmt euch Zeit und schaut ihn an. Prägt ihn euch ein. Tragt sein Bild mit euch durch den Tag.

Dann könnt ihr euch, in einem ruhigen Moment, ein paar Fragen zu diesem Gegenstand stellen. Wo kommt er her? Wie ist er an die Stelle gekommen, an der ich ihn gesehen habe? Hat er eine Reise hinter sich, oder war er schon immer an diesem Ort? Wie sieht die Welt aus seiner Perspektive aus? Welches Wort kommt mir als erstes in den Sinn, wenn ich an ihn denke?

ProfilbildJetzt erst kommt der Griff zu Stift und Papier. Ja, Stift und Papier, nicht Tastatur und Bildschirm. Schreibt dieses erste Wort auf. Dann schaut, wohin es euch führt.

Gute Reise – und bis nächsten Mittwoch! :-)